Montag, 8. Juli 2013

(Fern)Reisen mit Kind ... ja das geht

Etwa vor einem Jahr haben wir uns aufgemacht die Welt zu bereisen. Mit Kind. Genau an seinem ersten Geburtstag ging es los und wir flogen über den großen Teich. By the way war das auch der Tag, als er das erste Mal 'Mama' gesagt hat. Hach mein Herz ...

Wir haben größtenteils alles vorgebucht, also die Flugstrecke, die Mietwägen und die Hotels in den größeren Städten. Alles andere haben wir von unterwegs gebucht. 8 Länder in 4 Monaten ... und um eins vorweg zu nehmen ... wir wären gerne länger geblieben.
Dieser Urlaub bzw. die Art die gemeinsame Elternzeit zu verbringen war definitiv eine der besten Entscheidungen. Wir denken noch gerne daran zurück und wissen heute zu schätzen was dieser Trip aus uns gemacht hat ... nämlich eine Familie, eine die sich blind versteht, auf die man sich verlassen kann und in der Beständigkeit herrscht ... letzteres ist natürlich am Wichtigsten für den kleinen Mann.

Denn eine Reise wie diese kann mitunter Streß bedeuteten: die vielen Flüge, die vielen unterschiedlichen Unterkünfte (vom billigen Motelzimmer, zum Luxushotel, Ferienhaus, Campervan, Privatunterkunft war nämlich alles dabei) und die vielen verschiedenen Nationalitäten, Sprachen und Hautfarben. Aber Mama und Papa waren immer da.
Wir hatten nie das Gefühl dass er sich nicht wohl gefühlt hat, ganz im Gegenteil. Er konnte viel erforschen und hat den größten Luxus von allen bekommen ... Zeit mit seinen (entspannten) Eltern, 24 Stunden jeden Tag, und das ohne dass das Telefon klingelt, man hier noch schnell was erledigen muss, die Hausarbeit und und und. Ganz zu schweigen von der ganzen Aufmerksamkeit die man eben als blondes, blauäugiges Kind so bekommt ... in Afrika.
Aber wie ist das mit dem Fliegen? Das schlimmste am Fliegen sind ehrlich gesagt die Mitreisenden. Das sind die netten Menschen denen schon am Gate die Kinnlade runterfällt wenn man als erstes einsteigt, oder die die mit weit aufgerissenen Augen an einem vorbeigehen. Dann gibt es aber noch die, die auch sagen was sie denken: oh Gott ein Kind und ich sitze genau daneben. Und dann gibt es auch noch die, die erst mit den Augen rollen und nach 10 Stunden Flug sagen: der ist aber brav. Ganz ehrlich ... über so ein Kompliment kann ich mich nicht freuen. Ich sag ja auch nicht zu jedem übergewichtigem Mann: vielen Dank dass Sie nicht geschnarcht haben.
Kinder sind nunmal aktiv und können schlecht sitzenbleiben, außerdem sind sie in der Lage das kleine Tablett vor sich ca. 100 mal hoch und runterzuklappen (innerhalb einer Stunde) und das mit dem Stillbleiben ist ja auch so eine Sache. Und ja Kinder schreien oder weinen auch mal, das hat aber im wenigsten Fall damit zu tun, dass ihnen das Fliegen Schmerzen bereitet. Meistens sind sie müde, hungrig oder einfach nur genervt.
Wir wurden auch öfter gefragt, wie der kleine Mann denn das Wetter vertragen hat ... denn wir hatten von 10°C bis über 40°C alles dabei. Kinder können mit großer Hitze viel besser umgehen als wir Erwachsenen, also Klamotten aus und viel trinken lassen. Und kleine Kinder können sich ja herrlich im Kinderwagen entspannen während die Eltern durch die Gegend laufen und schwitzen. Außerdem ist barfuß laufen das Beste was den jungen Kinderfüßen passieren kann, der kleine Mann hat nämlich erst auf unserer Reise mit dem Laufen angefangen, barfuß natürlich.
Und wie war das mit der Gesundheit? Im Vorfeld wurden wir nämlich von fast jeder Person gefragt, was wir machen wenn der kleine Mann krank wird. Die Antwort mag jetzt recht banal erscheinen, entspricht aber eben genau der Wahrheit: Wir gehen zum Arzt! Es gibt faktisch in jedem Land Kinder und Ärzte. Allerdings ist es natürlich noch besser, wenn man nicht krank wird und das war so bei uns. Abgesehen von einer Erkältung, die wir alle nacheinander nach 3 Monaten on tour bekommen haben, gab es keine weiteren Ausfälle.

Na gut von einem geschwollen Finger (weil aus Versehen draufgetreten) und einem blutendem Mund (weil zu wild gespielt und auf die Lippe geknallt) mal nicht zu reden, dafür hat man ja eine Reiseapotheke. Für so einen langen Trip braucht man aber auf jeden Fall eine spezielle Krankenversicherung, da die normalen Auslandskrankenversicherungen (schon ab 8 Euro oder so) nur Reisen bis max. 70 Tage abdeckt.
Ich kann nur allen jungen Eltern raten es zu probieren. Wenn Ihr vorher viel gereist seit ... Ihr werdet sehen es geht auch mit Kind. Natürlich kann man abends nicht bis in die Puppen in der Bar sitzen und von Extremsportarten würde ich persönlich jetzt auch abraten. Wir haben auf nichts verzichten müssen und es hat durchaus was Gutes abends früh ins Bett zu kommen ...

Wir haben nichts bereut und es hat auch keineswegs weh getan soviel Geld (trotz Kind unter 2) dafür auszugeben. Die Menschen die wir getroffen haben, die Gespräche die wir geführt haben, die Erlebnisse und das gute Gefühl das bleibt.

Bon Voyage ... Ute.

Kommentare:

  1. Wahnsinn....was für ein Bericht und was für tolle Bilder.....danke das du uns dran teilhaben lässt.....da bekomme ich direkt Fernweh.

    Glg Steffi

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  2. Was für beeindruckende Bilder - danke für mein (ganz persönlichen) Mut-mach-Post! Wir müssen bis zum Buchen noch warten, bis die äußeren Umstände geklärt sind, aber wir informieren uns schon fleißig. Meine größte Angst ist der Flug nach NZ (24 Stunden im optimalsten Fall, 1 Stop) und die Zeitverschiebung (ist das Kind dann nachtaktiv???).
    Ich halte dich auf dem Laufenden!!
    Jetzt genießen wir erstmal den Sommer - passend zu den Ferien.
    Liebe Grüße, Bettina

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  3. liebe ute, wo bitte kann ich das unterschreiben??! ;) wir sind auch, schon immer mit den Kindern (mittlerweile haben wir drei) in der welt umher gereist. ich habe mit den jahren auch ganz gut gelernt, mich über die vorurteilenden mitreisenden im flugzeug nicht mehr zu ärgern. zu wissen, dass die kinder mit einem offen herzen den Kulturen gegenüber aufwachsen ist einfach wunderbar. meine grösste ist mittlerweile 11 und ich liebe es einfach, wenn sie ihrer oma von ihren reisen erzählt! ob in die ferne oder innerhalb Europas, wir werden immer mit unseren kindern gerne verreisen und es niemals als problem ansehen. man muss nur organisiert sein...
    hab eine schöne woche
    lieben gruss, pommy

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  4. Liebe Ute,
    ein toller Bericht.....ich beneide Euch sehr um Eure Lockerheit zu dem Thema. Ich selbst wäre viel zu sehr Panikfrosch gewesen, um ein solches Abenteuer zu starten.
    Ehrlich gesagt mache ich nicht mal ne Städtereise mit ner fast 6jährigen....*schäm*!!
    Aber für uns als Familie funktioniert eben auch das "normale" Urlauben perfekt.....FeWo, Strand, SOnne.....alle glücklich, alle zufrieden!! Und die spannenden Reisen, die mache ich dann mit meinem Mann.....in ein paar Jahren!! ;-)
    Trotzdem finde ich es super, dass Ihr es gewagt habt und alles so toll geklappt hat!!
    GGLG
    Simone

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  5. Wow, was ein toller Eindruck. Ich habe keine Kinder, von daher stellt sich die Frage für mich nicht. Aber wenn ich vielleicht in ein paar Jahren Kinder habe, denke ich hoffentlich an deinen Post, wenn es an das Thema Urlaub geht ;-) Mich würde auch interessieren (falls du erzählen magst), wie ihr das mit Thema Urlaub geregelt habt? Ich nehme an, du warst in Elternzeit, wie war das dann bei deinem Mann? Konnte er Jahresurlaub sammeln?
    Viele Grüße, Goldengelchen

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  6. Vermutlich ist eine Städtereise mit einem Kindergartenkind auch viel stressiger. Die wissen sehr genau was sie wollen und versuchen das dann gnadenlos durchzusetzen....
    So bis zwei Jahren sind Kinder mit wenig zufrieden, Hauptsache ihr seid in der Nähe geblieben. Und Strand geht ja auch immer, das kam euch ja entgehen :)
    Ute, du hast das alles so richtig gemacht!
    (Schade ist aber trotzdem, dass der Zwerg sich später nicht mehr erinnern wird. Aber ihr beiden, ihr werdet euer Leben lang von dieser gemeinsamen Zeit zehren.)

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  7. oh ja... bei unserem letzten Flug hatten wir vor uns auch ne ganz nette...schon beim Einsteigen: oh nein..3 Gören...schon wieder ein Sch**ß Flug...danke du T**i... den blöden Flug hatten nämlich wir..weil die Dame die ganzen 9 Stunden immer in Liegeposition war...und meine Kinder immer brav bei den Malzeiten den Sitz hochgestellt haben..war schon eng..aber auch das ging an uns vorbei..den Menschen die so drauf sind..haben einfach ein schlechtes Karma..jawohlllll! Wir machen mit unseren drei 2-3 Flugreisen pro Jahr und hatten noch nie Probleme..wie du schon schreibst..Hauptsache wir sind da ..andere Länder, anderes Essen war auch noch nie ein Problem...ich finde es klasse mit den Kindern die Welt zu entdecken. Städtetrips waren in keinem Alter ein Problem...da gibt es echt soooviel zu entdecken..nur an Roadtrips haben wir uns noch nicht gewagt..aber nächstes Jahr gehts nach Colorado und Utah mit dem Wohnmobil...Ich freu mich schon drauf... ich finds super, dass ihr das gemacht habt...ein echtes Geschenk an den kleinen Mann aber auch an Euch als Familie...ganz ganz toll....gglg emma

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  8. Mit meiner Süßen sind wir nach Schweden gefahren, da war sie 7 Monate alt. Meine Mutter schob Panik, daß das ja nichts für ein so kleines Kind wäre und sie ja ihr gewohntes Zuhause bräuchte. Außerdem solle man ja mit so kleinen Kindern nicht so viel unterwegs sein (das erzählt sie mir immernoch, wenn Linnea mal derbe drauf ist). Unsere Antwort: Linneas Zuhause ist dort, wo wir sind. Wir sind ihre Bezugspersonen. Außerdem waren wir (im Gegensatz zu den vorherigen Urlauben) viel am Haus gewesen. Immer Ruhetage. Nur spielen, nur entspannen. Und es hat uns auch gefallen und Linnea hat alles super mitgemacht. Beim jetzigen Urlaub mit dem etwas über 1jährigen Mann haben wir es genauso gehalten. Alles paletti. Spielzeug mit, Bobbycar mit und der kleine Mann hat prima alleine in seinem Zimmer geschlafen und staunend die Welt betrachtet. Alles gut. Man muß sich eben nur auf die Kleinen einstellen. Da die Schweden ja viel kinderfreundlicher als die Deutschen sind, hatten wir auch weniger Probleme, eine Wickelmöglichkeit zu finden als in Deutschland... Und wenn Linnea sagt, sie wäre gerne länger geblieben, ist das doch ein schönes Kompliment oder?

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  9. Schön. Schön finde ich die Zeit das Jahr mit dem Kind zu verbringen. Das zahlt sich irgendwann ganz sicher aus :) Auch wenn er sagen wird: aber ich habe doch gar nix mitbekommen davon! (hier geschehen ;))

    Aber bei 100 Mal Tablett hoch und runter klappen im Flugzeug - ganz ehrlich, da wäre ich als Mitreisender genervt gewesen. Wir waren viel mit unserer Tochter unterwegs, aber das hätte ich niemandem zumuten wollen. Da haben wir sie anderweitig beschäftigt.

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  10. Kommt mir alles sehr bekannt vor. ;) Besonders das mit den mitreisenden Passagieren. Toll das ihr das gemacht habt. Ich würde es auch immer wieder wagen. Liebe Grüße, Nadine

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